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Boy Omega - "The black tango"
| Band |
Boy Omega |
| Title |
"The black tango" |
| Release Date |
2006 |
| Format |
CD |
| Pressing info |
2000 total |
| Tracklist |
1. The Black Tango Awakening
2. Blocks
3. Fool Around
4. A Flash In The Tunnel
5. Somewhere I'm Human
6. Out Come The Knives
7. By Midnight We'll Give It A Go
8. Flames From The Black Tango
9. I Name You Isolation
10. Fetch, Boy! Fetch!
11. Safety Net
12. Open The Door, Grigori
13. Rescue Me Pianohead
14. Explode
15. Leafless
16. The Claw
17. If Only
18. The Last Call
19. The Black Tango Gathering
20. Nobody's Fault |
| Release-Info |
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Reviews
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| www.spex.de |
| Und wieder einer. Die Liste der Freunde, die nach Schweden ziehen, wächst. Die Liste der guten Musik, der guten Kleidung und der schönen Möbel ist eh bereits so lang, dass sie keiner mehr auswendig lernen kann. Alles ist besser in Schweden, so erzählt man mir, die Mädchen und Jungs toller, die zwei jüngst verzogenen Freunde, ein Typ, ein Mädchen, beide dort frisch und glücklich verliebt, liefern Evidenz. Mit Boy Omega steht ein neuer Superheld bereit, diese Theorie zu unterfüttern. Seine musikalische Sozialisation ist so divers, dass sie sich auf keinen Nenner bringen lässt: Elvis, Bruce, Rod (yikes, Stewart), Mötley Crew, Dinosaur Jr., Slint, die Lemonheads. An Fokus mangelt es seiner eigenen Musik dabei nicht im Geringsten. Denn was der gute Martin Omega Boy, der mit bürgerlichem Namen nach dem Vorbild eines schwedischen Profi-Fußballers (Martin Shivers) getauft wurde, auf aktuell zwanzig Songs zusammenträgt, ist konsistent, ohne auch nur einen Moment durch Eindimensionalität zu langweilen. Man mag sich auf das Format Liedermacher einigen, auch auf Akustikgitarre und spärlich eingesetzte Drums und einen schönen warmen Gesang. Seite an Seite allerdings mit einem Füllhorn anderer Instrumentarien: Bläser, Streicher, Piano, Bassknartzen, Türenschlagen, samtiger Frauenstimme, Schellen: Sag's und er hat es dabei, der Omega Junge. Auch mag eine gute Portion Schwermut, Melancholie und Träumerei dabei sein, aber bei aller Besinnlichkeit ist der blondschöpfige Langhaar-Schwede eines nicht: düster. Ebenso wenig wie sein Landsmann und Band-Kollege Björn Kleinhenz, gebürtiger Stuttgarter, den es anno 1981 nach Schweden verschlug und der nicht nur Teil von Boy Omega ist, sondern auch seine eigene Formation unter dem unschlagbaren Namen »Trans Pony« führt. Wo sich Boy Omega elektronisch schillernde Samples erlaubt, beschränkt sich Herr Kleinhenz auf die einfachsten Mittel und präsentiert diese in einer Art sattem Dolby-Surround-Sound. Introspektiv, süchtig nach Harmonien und mit dem unbestrittenen Hit »Leipzig Lover« ein weiteres Schweden-Zuckerl. |
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| www.unclesallys.de |
Hinter Boy Omega verbirgt sich der 27-jährige Martin Henrik Gustafsson. Ein Schwede. Im Kontext von Musik schon mal ein Pluspunkt, denn auf die Platten dieser Skandinavier ist eben fast immer Verlass. Auch das zweite Boy Omega-Album 'The Black Tango' ist zuverlässig. 20 Tracks, alle höchst melancholisch und ergreifend bis ins Knochenmark. 'The Black Tango' ist ein Platte, die es gestattet, sich am Leid unseres Protagonisten zu ergötzen. Gustafsson singt von seiner verflossenen Liebe, den dazugehörigen Neurosen und all dem, was einem eben nach dem Scheitern einer dreijährigen Beziehung durch den Kopf geht. Kennt man ja. Ganz entscheidend: Boy Omega jammert nicht. Vielmehr erinnert er immer wieder an seine Landsmänner wie Rasmus Kellermann alias Tiger Lou oder auch Kristofer Åström. Anfang 2007 erscheint übrigens das dritte Boy Omega-Album, dann über 'City Slang'. |
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| www.de-bug.de |
Wow, ist das traurig hier! Und nicht nur, weil die Bright Eyes, überall
durchscheinen, sehr zu empfehlen! Henrik Gustafsson und seine Band Boy
Omega lassen die zwanzig Songs nicht unnötig lang werden, bringen ihre
harmonische Verzweiflung schnell auf den Punkt. Klar, da wird schon eine
Menge geheult. Aber das Leben kann ja auch hart sein. Fast wirkt
Gustafsson am eindringlichsten , wenn er die Band weitgehend weglässt,
höre etwa „Fool Around“. Und vielleicht sollten Boy Omega noch etwas
mehr Indietronics wie auf „A Flash In The Tunnel“ einfließen lassen.
Dann hätten sie er das Zeug, einer der ganzen Großen Acts im „Quiet Is
The New Loud“-Genre zu werden. |
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| www.blueprint-fanzine.de |
Ein wirklich zauberhaft schönes Stück Musik ist Martin Henrik Gustavsson alias BOY OMEGA hier gelungen. Laut Presseinfo handelt es sich bei „The Black Tango“ bereits um das zweite Album des Schweden, der hier auch annähernd sämtliche Intrumente selbst eingespielt hat.
Der sehr gelungene Titel schwebt über dem ganzen Album und bildet den Rahmen dieses in sich sehr geschlossenen Werkes. Er findet sich gleich in drei Songs wieder, nämlich zu Beginn, in der Mitte und gegen Ende. Die gesamte Platte ist voller zerbrechlicher kleiner Melodien, beim ersten Hören der insgesamt 20(!) Songs denkt man an die BRIGHT EYES minus der Conor Oberst-eigenen Hektik, auch die früheren GRAVENHURST seien als Referenz genannt. Relativ schnell jedoch wird deutlich, dass hier keine anderen Namen genannt werden müssen, dass BOY OMEGA sehr sicher auf den eigenen Beinen stehen. Die Zukunft der Band scheint bereits in sicheren Händen, dies sei am Rande erwähnt, denn das Nachfolge-Album ist bereits angekündigt und wird 2007 bei City Slang erscheinen. Was bei der Qualität auch nicht verwundert, denn hier reiht sich eine Perle an die nächste, angesiedelt irgendwo im Spannungsfeld zwischen Folk, Pop und Country. Schwermut ist der klare Tenor, das unterstreichen auch die bildhaften, melancholischen Texte. Es geht um die Abgründe der eigenen Seele, um Schmerz, Allein-Sein und sich Allein-fühlen. Fast schon versöhnlich klingt es da, wenn Gustavsson im letzten song singt „This is the end and i feel stronger“. Da singt jemand von und aus seiner Seele und es ist keinen Augenblick peinlich.
Die Lieder werden meist von einer akustischen Gitarre oder einem Piano vorgetragen, begleitet von einem verhaltenen, meist mit Besen gestreichelten Schlagzeug. Garniert wird das Ganze zuweilen von kleinen Streicher- oder Bläserparts. Doch wie der Titel bereits andeutet, ist hier nicht alles „black“, sondern manchmal eben auch „Tango“, in „Flash in the Tunnel“ zum Beispiel oder in „Explode“, meinem persönlichen Höhepunkt auf der Platte. |
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| www.tonspion.de |
Erst vor kurzem wurde Boy Omega vom Tonspion entdeckt. Das zweite Album des jungen Schweden geht den eingeschlagenen Weg des melancholisch-schwerelosen Lo-Fi-Pop konsequent weiter.Martin Gustafsson scheut sich nicht, die große Schweremut mit Hingabe in launigen Songs zu äußern. Vom Boden des durchkomponierten Alltags abzuheben, scheinen die zwanzig Songs seines neuen Albums „The Black Tango“. Betrübt bis euphorisiert singt Gustafson zu Gitarre und teilweise einem ganzen Orchester aus Streichern, Piano sowie elektronischen Elementen und stellt inhaltlich das Ende einer dreijährigen Beziehung ins Zentrum.
Power-Pop mit gestutzten Flügeln könnte man meinen. Denn auf angenehme Weise werden Harmonien immer wieder gebrochen. Sei es durch kurze experimentelle Interludes zwischen den Songs oder durch ein ungewöhnlich harsches Schlagzeug. Der Label-Infotext zum Album bringt nicht unpassend Bright Eyes und Arcade Fire als Artverwandte ins Spiel, die dem Spektrum von Boy Omega nah kommen. Martin Gustafsson schart eine lose zusammengestellte Band um sich.
Auf der anstehenden Tour begleiten ihn drei Musiker, u.a. am Bass der hierzulande ebenfalls nicht mehr ganz unbekannte Björn Kleinhenz. Zwei Songs aus „The Black Tango“ sind beim Braunschweiger Label Riptide Recordings zu finden. |
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| www.tinnitus-mag.de |
Eine dunkle Röhre. Rillen an der Wand, ein leichter, blauer Schimmer. Warme Luft. Man fühlt sich etwas ängstlich hier drin. Und auch etwas verloren. Oh, verloren. Ein gutes Stichwort.
Martin Henrik Gustafsson hat seine Beziehung verloren. Und wie so mancher Musiker muss auch er das in einem Album verarbeiten. Das soll nicht respektlos wirken, was raus muss, muss eben raus. Gar keine Frage. Zwanzig Songs hat er auf den schwarzen Tango gepackt. Zwanzig Songs in zweiundvierzig Minuten. Na, wem fällt etwas auf? Nein, das hier ist kein Grindcore. Die wirklichen SONGS lassen sich aber auch in diesen ruhigeren Gewässern etwas schwerer finden, das als Parallele zum Geknüppel. Wenn man sie sucht, dann wird man erfolgreich sein, aber der Weg ist etwas
erschwerlich.
Gustafsson hat eine ganze Menge manchmal skurile, machmal weiße Wände anstarrende Zwischenspiele in dieses Album hineingetupft und macht es dem Hörer damit alles andere als leicht. Zumal er angesichts dieser Interludes selten die Spannung halten kann und der Fluss der Musik nachhaltig gestört wird. Kaum ist man in einem der dunklen, tieftraurigen Songkatakomben angekommen, die Augen haben sich an das diffuse Licht gewöhnt, wird man schon wieder unsanft rausgeschmissen. Nicht im Sinne von "RAUS HIER!", sondern eher die hintertückige Tour. Weil man nach ein paar Minuten merkt, dass man den Faden verloren hat. Nicht mehr weiß, wo und woran man ist. Verloren halt.
Verblüffend indes die stimmliche Nähe zu Conor Oberst. Da fragt man sich schon, ob man hier nicht doch die falsche Platte untergejubelt bekam. Auch musikalisch ist Boy Omega gar nicht so weit vom feuchten Traum so manch junger Dame entfernt. Leicht angefolkter Singer-Songwriter Stoff, sehr subtil inszeniert, sehr leidend. Gustafssons Stimme wirkt brüchig, als hätte er vor dem Einsingen der Songs stundenlange Weinkrämpfe durchleben müssen. Wer hier also nicht mit voller Seele eintaucht, wird so seine Probleme haben diesen Kloß im Hals herunterschlucken zu können. Fans dieser Richtung allerdings, die nebenbei auch noch einen Sack voller Melancholie auf dem Rücken tragen ohne dabei zusammen zu brechen, werden hier nur so dahinschmelzen. |
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| www.nillson-fanzine.de |
Konzeptalben sind meistens eine gute runde Sache: Man kann sich völlig dem roten Faden einer Stimmung hingeben, zurücklehnen ohne große Überraschungen oder Stücken, die eventuell den Moment nicht ganz treffen könnten. Im Falle von The Black Tango, dem zweiten Album von Martin Gustafsson und seiner Band Boy Omega dreht sich diese Stimmung thematisch um das Ende einer Beziehung und die damit verbundenen Gefühle. Melancholie ist ein Begriff, der noch viel zu fröhlich klingt für den Kummer, die Trauer und die Abgründe, die hier musikalisch gekonnt umgesetzt werden: Meist steht die warme akustische Gitarre im Vordergrund, die teilweise von elektronischen Geräuschen, Klavier und Geige ergänzt, teilweise unterbrochen wird. Der Gesang in seiner Leidenschaft und seinem Pathos erinnert am Häufigsten an Songwriter wie Elliott Smith, Kristofer Aström oder Bright Eyes, steht aber hier wesentlich weniger im Vordergrund.
Bei 20 Stücken und einer knappen Dreiviertelstunde Spielzeit wirkt das Album mit seinen kurzen Songs und Zwischenstücken auf mich in seiner Ruhe und Unruhe wie ein nächtliches Hin- und Herwälzen: Ideen werden hervorgebracht, verworfen, unterbrochen, später wieder aufgegriffen und wieder fallen gelassen. Die Texte leben wie z. B. in A Flash in the Tunnel oder I Name you Isolation oft von Wiederholungen und Unterstreichen damit schön und passend die musikalische Aussage. Am besten gefallen mir persönlich Blocks, das erste Stück auf der CD nach dem Intro und Explode, das sich nach ruhig gehaltenem Picking- Anfang ohne allzu große Umwege zu einem orchestralen Explosionsausbruch steigert.
Ab und zu jedoch schießen die elektronischen Parts etwas über ihr Ziel hinaus und laufen Gefahr, gute Ideen, die manchmal vielleicht auch noch etwas mehr ausgearbeitet werden könnnten, zu übertönen. Den Gesamteindruck stört das alles aber nicht und darauf kommt es ja auch irgendwie an bei guten runden Konzeptalben. |
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| www.roteraupe.de |
in selbstmitleid zerfließen, sich darin baden und sudeln. das ist in manchen phasen des lebens nicht nur dringend nötig, sondern kann auch verdammt erfüllend sein. z.b. das trauern um die verflossene, die eine liebe. das fokussieren, ergreifen und innehalten des schmerzes. das aufgeben von allem und jedem. doch irgendwann kommt der wendepunkt, an dem man aus seiner selbstmitleidigen trance erwacht und wieder nach vorne anstatt nur zurück blickt. an dem man den glauben wieder findet, dass es besser wird, der schmerz vergänglich ist, und man eines tages wieder glücklich sein kann.
wem das alles bekannt und vertraut vorkommt, der dürfte mit ‚boy omega' und deren neuen platte ‚the black tango' (17.03.2006/riptide recordings/cargo records) einen passenden soundtrack für das nächste loch des selbstmitleides und der anschließenden kletterpartie, hinaus aus selbigen hoch ans tageslicht, finden.
die band um den 27-jährigen martin henrik gustafsson kommt tod melancholisch daher, die geschundene seele umschmeichelnd, verständnisvoll und weich bettend, nur selten haarscharf nah dran an unangenehmer theatralik.
aber so weich und bequem mich dieses album in meine eigene melancholie einwickelt, auf eine ganz bestimmte sache komme ich gar nicht klar: nicht wenige der 20 stücke auf ‚the black tango' sind lediglich fragmente oder in form gebrachte ideen, die sich zeitlich unter eineinhalb minuten bewegen, oder sogar weniger. und die so oft so wunderschön beginnen, mit einer klaviermelodie, die einem hinfort trägt, einlädt zum träumen. oder mit einer songwriter-gitarre, die das herz zum schmelzen bringt. und gerade an dem punkt, an dem man beginnt loszulassen, zu aktzeptieren, an dem punkt ist schluss. die schöne melodie, der ergreifende song, das loslassen? zerstört weil zu ende! und zu kurz, zu langsam, zu langatmig, um einfach auf repeat zu drücken. denn beim nochmaligem durchlauf würde sich selbiges wiederholen, es würde sich wiederholen, dass man in dem moment, in dem man beginnt loszulassen und zu treiben in die beschissene realität zurückgeworfen wird. und das geht nicht!
oder ist das am ende womöglich vielleicht sogar absicht? wenn ja, dann wäre es verdammt hinterlistig, aber irgendwie genial. doch soll dies dahingestellt bleiben, komme ich ja doch nicht dahinter. zudem sind es zwar nicht wenige stücke, die dieses phänomen mit sich bringen, in der mehrzahl bleiben aber schließlich doch die ‚richtigen' songs, an die ich mich beim nächsten anfall von liebeskummer, trauer oder dergleichen erinnern werde, die ich hören werde, wenn ich da unten sitze und wieder lernen muss, wie man doch gleich wieder klettert, nach oben, hinaus aus dem loch, in das man gefallen ist. in dem es zwar schön sein kann, und es nötig ist, es mal gesehen zu haben. in dem man auf dauer jedoch drauf geht. |
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| www.soundmag.de |
“He was my North, my South, my East and West /
My working week and my Sunday rest/
My noon, my midnight, my talk, my song /
I thought that love would last for ever: I was wrong.”
W.H. Auden schrieb diese Zeilen 1936. Martin Henrik Gustafsson, der Mann hinter Boy Omega, würde 2006 das „he“ durch ein „she“ ersetzen und den Vers dann sofort unterschreiben. Denn Gustafsson leidet großformatig, sucht gleichzeitig nach neuen Auswegen. Das Ende einer dreijährigen Beziehung durchzieht thematisch das neue Boy Omega-Album „The Black Tango“.
Es wird warm ums Herz beim Hören dieser 20 (!) Stücke. Allein das Cover im herbstlichen abendsonnenorange verströmt gefühlte 23 Grad. Die kleinen, unauffälligen Folksongs, Soundcollagen und groben Klavierskizzen vermitteln ein ebenso schweres wie schwereloses Gefühl. Gustafssons brüchige Stimme besteht den „Original oder Fälschung“-Test problemlos gegen Connor Oberst oder Elliott Smith. Und überhaupt, irgendjemand flüstert hier ständig leise „Omaha“. So leidet es sich trefflich, so suhlt sich Gustafsson in Erinnerungen, Melancholie und Weltschmerz.
Am Ende jedoch folgt das Aufatmen, die beruhigende Erkenntnis, der einzig mögliche Ausweg: „This is the end and I feel stronger (…) It’s nobody’s fault that we’re not riding on the wheels of joy.” |
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| www.allschools.de |
| Dass der gute Boy Omega nicht der positivste Mensch ist sollte uns spätestens nach dem ebenfalls hier besprochenen "I Name You Isolation" bekannt sein. Aber der Fakt, dass Traurigkeit die besten Songs schreibt ist uns ebenfalls geläufig. Der schwarze Seelentango ist im Vergleich zum Vorgänger wesentlich minimaler und spärlicher instrumentiert ausgefallen, und so wundert es nicht, dass auch die Dynamik der Songs etwas abgenommen hat. Im ersten Moment ist man ein wenig enttäuscht von den neuen Songs, aber es bedarf ein Paar Versuche mehr um die wirkliche Schönheit des Albums zu entdecken. So wie das bei wirklich guten Platten halt meistens der Fall ist. So also auch bei „The Black Tango“. Einzelne Songs hervorzuheben fällt schwer weil jeder hier im Gesamtkontext der Platte steht und nur so Sinn macht. Sage und schreibe 20 Songs sind hier vertreten, von denen jeder einzelne die Songwriterkunst des jungen Schwedens unterstreicht und ihn angenehm von vielen anderen dort ansässigen Liederschreibern unterscheidet. Die Jungs von Riptide haben mal wieder Geschmack bewiesen und neben der letzten Tiger Lou und der zu diesem Zeitpunkt ebenfalls erscheinenden neuen Rocky Votolato Lp, ein weiteres Zugpferd im Stall. Abschließende möchte ich allen Lesern, die das erste Album mochten sagen, dass sie nicht gleich beim ersten Hören die Flinte ins Korn werfen sollten, denn wie gesagt entfaltet dies hier erst später seine Wirkung. Ganz tief vom Herzen! |
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| www.gaesteliste.de |
"The Black Tango Awakening" heißt der erste Titel dieser Platte, und er trägt den Untertitel "I'm Still Alive". Das ist es, worum es hier geht: Das Überleben nach einer Trennung, das Aufwachen aus schlechten Träumen, die Melancholie, die enttäuschten Hoffnungen - es geht um das Licht am Ende des Tunnels, von dem man noch nicht weiß, ob es die Rettung ist oder ein entgegenkommender Intercity-Express.
Boy Omega ist eine Band, gestrickt um den 27-jährigen Schweden Martin Henrik Gustafsson, der mindestens ebenso schön leidet wie ein Elliott Smith, ebenso aufbrausend ist wie ein Conor Oberst und Gitarre spielt wie ein Kristofer Aström. Wer diese Künstler mag, dem wird auch "The Black Tango" zusagen. Die Songs schmeicheln sich mit wunderbaren Melodiebögen in den Gehörgang ein, instrumentiert mit Akustik-Gitarre, Streichern, Piano und sehr exakt gesetzten Elektronik-Einsprengseln. Jeder hat mindestens ein Detail, das den Hörer nachhaltig beeindrucken kann. Pickt man sich ein paar Lieblingssongs heraus, sind sicherlich "Leafless" mit der an Björk geschulten Stimme von Emelie Molin dabei und "Blocks" mit seinen depressiv-schleppenden Drums. Viele der 20 Titel sind kurze Instrumentals, Experimente, Ansätze zu größeren Songs, die vielleicht später einmal weitergeschrieben werden.
Zugegeben, manchmal möchte man Boy Omega eigenhändig von seiner tränengetränkten Schluffi-Couch herunter und an die frische Luft ziehen, weil man doch nicht immer und ewig weltumspannend trauern kann. Aber Musik funktioniert ja seit alters her auch als Katharsis. Am Ende wundert es nicht im Geringsten, dass "The Black Tango" Gustafssons verstorbenen Onkel und Großvater gewidmet ist. |
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| www.bloom.de |
m WM-Jahr könnten auch sie eine Fußballmannschaft bilden: Tolle schwedische Songwriter. Ihr jüngstes Mitglied ist Boy Omega, der jetzt sein zweites Album „The black Tango“ veröffentlicht. Der 27 jährige Martin Henrik Gustafsson, der hinter Boy Omega steckt, wollte tatsächlich Fußballer werden. Doch er wurde mit einem Bananen-Fuß geboren und musste deshalb viel Zeit in Krankenhäusern verbringen. Dies bedeutete das tragische Ende einer Fußballer-Karriere, bevor sie überhaupt angefangen hatte und zugleich den Anfang einer Musikerlaufbahn. Denn die beste Kunst entsteht meist von Menschen mit Brüchen im Leben. Und Boy Omega hat offensichtlich viele Brüche erlebt, nach eigener Aussage schreibt er jeden Tag einen Song, die ersten Extrakte daraus veröffentlichte er 2004 auf dem Debüt „I name you isolation“. Oft nur Gustafsson, sein Gesang und sein Gitarrenspiel, berührend und bewegend.
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Zwei Jahre später nun hat er sich aus der Isolation befreien können und ein ganzes Enselmble um sich gescharrt. Vor allem die Elektronik hat Einzug in die zerbrechlichen Songgebilde gehalten. Wobei einiges auf dem Album nicht als Song bezeichnet werden kann, sind es doch eher Fragmente, Bruchstücke, die leider auch manchmal den Fluss stören. Bei allen Neuerungen bleibt jedoch wie auf dem Debüt die Nähe zu Songwritern wie Bright Eyes, Damien Rice und Landsmann Kristofer Aström nicht zu überhören. Es gibt schlechtere Referenzen.
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Für die inhaltlichen Aspekte des Albums möchte ich das Presseinfo zitieren, denn treffender und schöner könnte ich es nicht formulieren: „Dieses Album dreht sich thematisch um das Ende einer drei Jahre langen Beziehung und die damit verbundenen Geister, die Albträume, die Neurose, die pechschwarzen Gedanken und die wunderbaren Erinnerungen, die täglich zurückkommen. Es geht darum, weiterzumachen, erwachsener zu werden und mit sich selber ins Reine zu kommen. Es geht darum, ein neues zu Hause zu suchen, eine neue Straße, einen neuen Friedhof, welchen du siehst, wenn du aus dem Fenster schaust. Es geht um die Stille, wenn du mit kalten Füßen ins Bett gehst und dir vorstellst, dass sie das Kissen ist. Es geht um Liebe und Hass, Hoffnung, Verzweiflung, um die Angst, neue Menschen zu treffen, sturzbetrunken zu sein. Näher, näher, näher… Erwachen! Alles ist schwarz. Let’s tango! Es geht darum, seine Hände für neue Entdeckungen jeglicher Art auszustrecken. Es geht um tiefe Freundschaft.“
Der Nachfolger zu „The black Tango“ ist bereits fertig und wird Anfang nächsten Jahres beim größeren Label City Slang erscheinen. Ist es wieder so fokusiert wie das Debüt, ist Boy Omega ein gleichberechtigter Platz neben seinen Vorbildern sicher. Bis dahin möchte ich auch ausdrücklich seine Homepage mit vielen mp3s empfehlen. |
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| www.elisabett.de |
Heute. Vereinzelte, weiße Schneeflocken, ohne Aussicht auf eine weiche Decke, stürzen luftgewirbelt zu Boden, wo der sichere und warme Tod wartet, und wohin sie nicht wollen, aber doch landen werden. Traurige Schneeflocken, würden sie fühlen wie die Menschen, die sie zu Matsch trampeln und in die Ecken kehren, in dreckige Ecken aus Sand, Resten von Müll und Hundekot. Sie sterben, sobald sie ihr strahlendes Weiß verlieren.
Damals. Auch ein Teil in Martin Henrik Gustafsson muß gestorben sein: „I am not in the mood to fool around ... I’m not a clown ... How can I describe the way to act, when love strikes like a heart attack ...“.
Henrik Gustafsson ist Boy Omega und „The black tango“ ist sein zweites Album. Es ist die Verarbeitung des Endes einer drei Jahre langen Beziehung in zwanzig Songs und holt die Geister, Alpträume, Gedanken und Erinnerungen dieser Liebe zurück. Es ist der Weg aus diesem Leben in ein neues, und es ist ein schmerzhafter Weg: „... I’ve had a dream, well I’ve had several silly dreams about not waking up again, where I push and scream and shout until the blood pours from my mouth, but it’s not red, it is black like poison ...“ Doch am Ende steht auch ein Ziel, Gustafsson kommt an, um weitergehen zu können: „... It’s nobody’s fault, that we’re not riding on the wheels of joy, our walls are falling down and the silence will break just like a sharp razorblade.“ Bis dahin ist es weit, und der 27jährige Gustafsson hat Angst vor der Vergangenheit, Angst vor neuen Menschen, vor Freundschaften. „The black tango“ ist ein Wendepunkt im Leben und die Erinnerung an Liebe. Und es ist für Gustafssons Großvater Bertil Lindberg und Gustafssons Onkel Anders Lindberg, die beide kürzlich verstorben sind.
Die Songs des Albums, dass beim Label riptide recordings erscheint, sind kleine und verletzliche Welten, aber auch starke Momente, und nicht zerbrechlich wie es das Leben zeitweise sein kann. „The black tango“ ist eine musikalische und leise Verlockung und in vielen Momenten unheimlich und berührend. Leise Akkustikgitarren und Violinen umspielen die Texte des Albums, die alle so echt sind, dass man sich erinnert an die eigenen Tage der Verdammnis, Tage voller Hoffnungslosigkeit, und an die Stunden, in denen man aufbrechen wollte in das neue, ferne Leben danach.
Unterstützung erhält Martin Henrik Gustafsson hier und da von verschiedenen weiblichen Stimmen, die geisterhaft und verletzt in den Songs auftauchen. Die Instrumente, u.a. Gitarre, Drums, Bass, Orgel, Glockenspiel, Percussion und Vibraphone, spielt Gustafsson fast auschließlich selbst. Hin und wieder wird die Violine von fremder Hand geführt. Handclaps und Breathing werden ebenso aufgeführt. Morgen: Keine Schneeflocken mehr. Das Leben von Martin Henrik Gustafsson geht weiter. Es wird ein neues Album geben, dass Anfang 2007 bei City Slang erscheint. Zur Zeit kann man Boy Omega live in unseren Städten bewundern. Und Gustafsson wird weitermachen: „This is the end and I feel stronger, you’re the bullets in my gun, you’re the moon and the sun rising“. Verletzlichkeit kann so schön sein. |
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| www.goon-magazine.de |
Bislang war Omaha, Nebraska, die Hochburg der Heulsusen. Mein Gott wird dort geweint. Allerdings stets auf hohem Niveau. Das muss man denen lassen, die können das: Klagen mit Anstand. Dennoch muss immer wieder ein Erstaunen vermeldet werden, ob der Tatsache wie niedergeschlagen junge Menschen sein können. Habe dann lange Zeit gedacht, es müsse an deren Herkunftsort liegen, zumal Jugendliche und Junggebliebene in anderen Orten doch gänzlich anders ihre Kümmernisse weitertragen. Und dann dieses Fundstück: »If you’ve ever been to Omaha, you understand why Bright Eyes’ Conor Oberst has spent the last 10 years being so damn depressed. The Nebraska city where the warbling wunderkind was born is a spacious expanse of strip malls and parking lots, both so vast you’d swear they could house the entire population of China. The Red Staters tend to be so conservatively provincial, they wouldn’t know a double entendre if it licked them in the face.« Okay, doofe Stadt setzt doofe Gefühle frei. Kann man nüschts machen. Sollte auch in die Urlaubsplanung einfließen.
So hat aber die Musik von Boy Omega für einige Verwirrung gesorgt. Martin Henrik Gustaffson, wie der 27jährige mit bürgerlichem Namen heißt, kommt doch aus Eksjö, einem kleinen Kaff in Schweden, später ging es dann nach Uppsala. Dort habe ich doch einige der schönsten Momente meines Lebens verbracht, da wäre doch die Sehnsucht größer als das Weh, habe ich gedacht. Doch Gustaffson beweist auf seinem zweiten Album »The Black Tango« das Gegenteil. »I’m on the balcony / the trees are watery / they will serve me energy / on a silver plate / out comes the knives«, intoniert der junge Schwede mit der Singstimme von Conor Oberst und die kölnische Kulturzeitschrift Westzeit meint: »Seine Songs sind keinesfalls depressive Tränendrüsenbeschleuniger oder nihilistische Reflektionen auf das eigene Innenleben, sondern lebenslustige, kurzweilige kleine E-Folk-Tracks.« Ach so. Alles falsch verstanden: das soll also Mut machen. Die Geigen in den tiefen Himmel hängen und »Isolation« schreien, als mögliche Variante des beschwingten Hochjauchzens.
Natürlich geschieht mit dieser Reduzierung auf die hier transportierte Niedergeschlagenheit dem Album von Boy Omega auch ein bisschen Unrecht, vor allem musikalisch. Die hier versammelten zwanzig Aufnahmen haben in Skizzenhaftigkeit, Unausgereiftheit durchaus sehr pointierte Momente, die Musik bleibt so in Bewegung und lähmt nicht zusätzlich zu der inhaltlichen Schwere. Das beste Stück heißt »Leafless«, und dessen durchaus versöhnlichen Refrain singt Emelie Molin, deren elfenhafte Stimme an die junge Björk erinnert: »Dance, try to dance to this tune / even though you can’t move / pull out the cords / it’s just us and our newly found love / get back to me before long time / erases your face.« |
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| www.discover.de |
Die Welt ist trostlos, leer und grau. Nach eisiger Kälte gibt es zur Abwechslung dicke Regentropfen, die an die Fensterscheibe klopfen. Der passende Soundtrack für diese Hundstage dürfte wohl ohne Zweifel "The Black Tango" von Boy Omega sein. Aber Achtung, wer eh schon depressiv gestimmt ist oder sich hier Aufheiterung erhofft, der ist mit diesem Album sicher schlecht beraten. Sollte man aber melancholisch gestimmt sein, dann ist diese Platte genau die richtige Musik, um sich weiter knietief darin zu baden.
Dies ist das zweite Album von Boy Omega, der Band um den 27-jährigen Martin Henrik Gustafsson. Gewidmet hat er das Album seinen vor kurzem verstorbenen Großvater und Onkel. Thematisch dreht sich "The Black Tango" um das Ende einer drei Jahre langen Beziehung. Aber nicht nur textlich wird hier einiges aufgearbeitet, auch die Musik ist zum Weinen traurig. Gustafsson vertont hier seine Seelenpein - Therapie durch Musik. Es geht um Liebe und Hass, Hoffnung, Verzweiflung und um die Angst, neue Menschen zu treffen. Musikalisch wird man hier auf eine Reise mitgenommen, die sich irgendwo im Kosmos von Elliott Smith und ganz besonders von Radiohead zu "Kid A"-Zeiten, Sigur Rós und den Bright Eyes bewegt. Erstaunlich ist hier auch die Nähe der Stimmen von Martin Henrik Gustafsson und Conor Oberst, die beiden kann man kaum auseinander halten.
20 Songs in 42 Minuten ist sicher eine Menge, aber einige der Tracks können auch als Songfragmente und Zwischenspiele bezeichnet werden. Der große Rest ist ganz, ganz großes Gefühlskino. "The Black Tango" sollte man übrigens über Kopfhörer genießen, die Augen schließen und dann eintauchen in diese wunderschönen Klangwelten. Wer hier genügend Fantasie hat, der kann sich in eine ganz andere Welt träumen. Wie eingangs schon empfohlen, sollte es aber unbedingt vermieden werden die Platte bei tiefer Depression aufzulegen. "The Black Tango" ist auf jeden Fall ein Album, das berührt und einen gefangen nimmt - schön, dass es noch Musik gibt, die dies heutzutage schafft. Musik mit eingebauter Gänsehaut-Garantie! Ich sage Danke dafür, gucke aus dem Fenster in den grauen Himmel, sehe Regentropfen fallen und setze die Kopfhörer auf... |
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